#139 Wie eine Führungskraft bei UNICEF täglich Dutzende Entscheidungen trifft – Mit Katharina Kesper

Shownotes

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Dutzende Entscheidungen am Tag, ständig neue Lagen, dazu Themen, die einen nicht kaltlassen: Mein heutiger Gast führt dort, wo es jeden Tag anders kommt als geplant.

Katharina Kesper ist Chefin vom Dienst im Newsroom von UNICEF Deutschland - und ehemalige Teilnehmerin meines Female Leadership Programms. In dieser Folge gibt sie einen sehr ehrlichen Einblick in ihren Führungsalltag: wie sie ein schnittstellenintensives Team steuert, wie sie mit Reibung umgeht und was sie tut, wenn Sinn und Belastung nah beieinanderliegen.

Wir sprechen über Führungsprinzipien, die ihr jeden Tag helfen, über einen Satz, den sie sich bewusst auf die Fahne geschrieben hat, und über eine Form der Zusammenarbeit, die sie jeder Frau ans Herz legt.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ich habe mir das auf die Fahne geschrieben.

00:00:02: Ehrlichkeit vor Harmonie, gerade wenn man in so einer Schlüsselposition ist, die mit Reibung zusammenhängt.

00:00:08: Da ist man natürlich verleitet diese Reibungen irgendwie zu entkräften.

00:00:11: aber ich glaube dass es ein ehrliches Nein Das geht nicht oder?

00:00:15: das können wir jetzt nicht machen weil manchmal unangenehre euch.

00:00:17: das ist wichtig.

00:00:19: herzlich willkommen zu female leadership on air dem podcast für Frauen die ihre Führungspersönlichkeit wesentlich mehr

00:00:25: einbringen

00:00:26: und ihren beruflichen Weg

00:00:27: aktiv

00:00:27: gestalten wollen.

00:00:29: Ich stelle mich kurz vor.

00:00:29: Mein Name ist Christine, falls du mich noch nicht kennst und ... Ich bin fan davon, auch wirklich regelmäßig in die echte Realität von Führungskräften zu gucken.

00:00:39: Vor allen Dingen von weiblichen Führungskräften und deswegen freue ich mich auf diese besondere Gäste heute.

00:00:44: Ihr Name ist Katharina Casper.

00:00:46: Sie isst Chefem vom Dienst im Newsroom von UNICEF Deutschland Und mit ihrem Hintergrund in Journalismus und ihr Master in nachhaltiger Entwicklungsarbeit verbindet sie vorallem seit vielen, vielen Jahren journalistisches Handwerk Haltung.

00:01:01: Sie steuert die Pressearbeit und auch die Kommunikation für eine der bekanntesten Hilfsorganisationen in der Welt, macht damit Kinderrechte und vor allen Dingen auch humanitäre Krisen wirklich für viele Menschen greifbarer.

00:01:13: Und deswegen freue ich mich sehr, liebe Katharina, dass ihr zu Gast bist und uns vor allem auch Einblicke gibt wie das so funktioniert und was man da wahrscheinlich auch jeden Tag bewegt.

00:01:22: Herzlich willkommen!

00:01:23: Hi Christine, herzlich willkommen.

00:01:25: Danke, dass ich hier sein darf

00:01:27: So so gern, wir kennen uns ja schon ein bisschen länger und du weißt ich bin großer Fan von dir einfach auf deiner Persönlichkeit deinem Engagement.

00:01:34: Deswegen habe ich irgendwann gesagt, ich möchte gerne Katharina mal im Podcast haben und sie mehr zugänglich machen auch für andere Menschen vor allen Dingen als Inspiration oder als Impuls für andere Frauen.

00:01:44: Und bevor wir reinsteigen, möchte ich gerne der eine Einstiegsfrage stellen die ich allen Gästen stelle Wenn du an female Leadership denkst, ja vielleicht auch aus deiner Brille so mit deinem Kontext.

00:01:57: Was hast du da für ein Bild von Gefühl?

00:02:01: Ja danke erstmal noch für die schöne warme Dusche.

00:02:03: und zu deiner Frage welchem Bild ich eigentlich leadership jetzt vielleicht auch in sechsundzwanzig verbinde Ich muss da immer so ein bisschen an eine Fluglotsin denken tatsächlich, die da vielleicht so in ihrem Tower sitzt Ja, mitkriegt was im Flugpunkt gesagt wird.

00:02:20: Wo gibt es eine Staat-Erlaubnis?

00:02:21: Wo gibt's ne Landeerlaubnis?

00:02:23: und so fühlt sich tatsächlich das Leben bei uns im User nämlich auch oft an.

00:02:27: Man hat ganz viele externe Faktoren, ganz viele Einflüsse die man so einordnen und so tagesaktuell bewerten muss.

00:02:35: Man trifft irgendwie nutzende Entscheidungen und da fühlt man sich so ein bisschen wie eine Lotzin im System.

00:02:40: Und das ist so das erste Bild, was bei mir aufpoppt, so'n wuseliges Flughafen-Szenario

00:02:47: Ja, das passt auch gerade mit mental load halt ein bisschen raus.

00:02:50: Der ist wahrscheinlich dann bei dir wahrscheinlich auch wenn ihr da so viele Themen habt wo wir gleich mal einsteigen.

00:02:55: Wahrscheinlich auch manchmal ein bisschen präsenter vielleicht an manchen Tagen.

00:02:59: Jetzt hol uns mal so ein bisschen rein.

00:03:02: wie sieht es so bei dir?

00:03:03: Ein klassischer Dienstagvormittag oder auch Dienstagmittag aus.

00:03:08: Wie läuft bei dir das so ab?

00:03:10: was?

00:03:10: du hast schon so ein bißchen gesagt Da kommen viele Sachen rein.

00:03:12: aber wie sieht das so aus?

00:03:13: Wie verteilt ihr das?

00:03:14: Wie organisiert er euch?

00:03:17: Der Alltag sieht eigentlich immer sehr unterschiedlich aus.

00:03:20: Also exemplarischer ist bei uns tatsächlich noch so ein bisschen der Montag vielleicht, da haben wir immer die große Auftaktkonferenz.

00:03:27: Wir starten in die Woche und schauen dann was das in den Nachrichten los, wie sieht die Morgenlage aus?

00:03:32: Welche Nachrichten beschäftigen die Menschen?

00:03:33: auch erstmal ein bisschen freier von, was hat jetzt schon irgendwie direkt Bezug zu UNICEF also zu denen... Kindern dieser Welt einfach um zu wissen, was hat da draußen Konjunktur?

00:03:43: Wo kann man vielleicht eine Anschlussfähigkeit finden oder wo kann man Themen mit besetzen?

00:03:47: und dann ist es wirklich auch von Woche zu Woche unterschiedlich.

00:03:50: Je nachdem was wir an internen Kommunikationsassets geplant haben sind die am Ausgestalten oder wir nehmen auch öfter große Anlass-Tage mit.

00:04:00: das ist tatsächlich bei uns nochmal so ein Kalender in dem wir uns orientieren.

00:04:04: Heute zum Beispiel ist der Tag gegen Kinderarbeit, das haben wir natürlich dann auf dem Schirm.

00:04:09: Da bereiten wir dann Kommunikationsmaßnahmen vor und versuchen da so ein bisschen Aufmerksamkeit drauf zu lenken und natürlich auch immer eine fachliche Expertise über die neuesten Zahlen und Einordnung zu geben.

00:04:20: Und ja, so sieht das dann z.B.

00:04:22: aus.

00:04:22: also es ist im Praxisalltag viel auch Meetings, viel Überkommunikation, auch Reden viele Redaktionspläne festziehen... Ja!

00:04:31: Also Ganz normaler Bürowahnsinn, wie bei vielen anderen wahrscheinlich auch.

00:04:36: Ja, wahrscheinlich hat so jeder sein Wuseltag wo viel passiert und dann natürlich auch die Umsetzung geht.

00:04:42: Vielleicht für die, die gerade jetzt googeln ob heute der Tag gegen Kinderarbeit ist?

00:04:46: Wir nehmen die Folge am elften sechste... Nee, heute ist es heute der elfte, das zwölfte.

00:04:49: Der zwölfte Sechs ist heute schon, da nehmen wir das auf.

00:04:52: also das ist der Tag Gegenkinderarbeit.

00:04:55: Für diejenigen wie vielleicht gerade googlen Und Jetzt bist du ja sehr stark in erfachlichen Führungen mit deinem Bereich wo du tätig bist Gibt es so für dich Führungsprinzipien?

00:05:05: Man hört ja immer wieder Führungsprinzipien hier.

00:05:07: Dann gibt's da vielleicht, hat man auch weiß nicht ob ihr das von der Organisationsseite ausgearbeitet habt.

00:05:14: Gibt's da was Prinzipien die du für dich aber wirklich sagst.

00:05:16: Das ist für mich einfach etwas woran ich mich halte.

00:05:19: Da kann sonst was kommen.

00:05:22: Also wir haben auf jeden Fall auf welche die sich die Organisationen gesetzt hat.

00:05:26: Das ist vor allen Dingen Mut und Vertrauen und Fokus.

00:05:29: Ich finde das sind gute Werte und gute Schlagworte an dem man sich halten kann.

00:05:33: Ich glaube so im Realitätsmodus und Check, und im praktischen Alltag sind es für mich eigentlich zwei Dinge.

00:05:42: Also ich finde zum einen ist das dieses Prinzip – ich muss nicht alles wissen!

00:05:47: Ich darf Sachen nicht wissen, was ich für eine schlaue Gegenfrage stellen darf oder wo ich mir die Info beschaffe?

00:05:55: Oder wem ich denn bald zu wer für der vielleicht die tiefere fachliche Expertise in dem Moment

00:05:59: hat?!

00:06:00: Und das ist was, was im Alltag wirklich mir oft hilft.

00:06:03: Weil wir in so einer Situation oft sind als... Chefin vom Dienst im Newsroom muss man wirklich viel einordnen.

00:06:11: Überlegen, machen wir das?

00:06:12: Machen wir das aus?

00:06:13: könnte dass für Vollgewirkung haben und ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Haltsetzzeit von solchen großen Fragen manchmal kleiner ist.

00:06:20: also was uns am Montag brennt umtreibt kann Dienstag schon fast verjährt sein und deswegen ist da so ein Prinzip dieses Ich darf fragen stellen.

00:06:27: ich darf noch mal in mich gehen in Ruhe auch nochmal irgendwie die Strategie dahinter Ja, hinterfragen oder auch noch mal irgendwie Learnings ranziehen.

00:06:35: Oder eben an die super guten Kolleginnen im Team den Wahlen einfach abgeben.

00:06:40: und das zweite ist vielleicht gar nicht unbedingt ein Prinzip.

00:06:43: aber dass es mir im Arbeitsalltag sehr wichtig und macht glaube ich auch viel die Kultur bei uns aus und das wäre auf jeden Fall Wertschätzung.

00:06:51: Ich finde das sind so Kleinigkeiten.

00:06:53: Ich würde nie eine Mail einfach nur mit Feuer Information weiterleiten.

00:06:57: Ich würd immer Zeit nehmen für ne Anrede.

00:07:00: Wir haben wirklich auch oft Hochphasen zum Beispiel rund um die Weihnachtszeit, wo wir einfach mit allem draußen sind.

00:07:06: Wo alle auch am Anschlag dann sind und grad.

00:07:08: dann finde ich es schön wenn man nochmal Danke sagt für einen Einsatz oder aufrichtig ein Lob verteilt oder noch mal wertschätzt was man eigentlich da gerade zusammen wegrockt.

00:07:17: und das sind so zwei Prinzipien mehr oder weniger die mich so begleiten.

00:07:21: ja.

00:07:22: Ja grade dass was du beschreibst mit Thema Wertschätzung gerade wenn stressig wird fällt das ja genau hinten runter weil vermeintlich gerade nicht die Zeit habe, dass das eine Wort noch irgendwo rein zu quetschen.

00:07:32: und deswegen danke, dass du es nochmal unterstreichst.

00:07:34: Gerade da brauchen wir so mehr wenn wir sowieso schon auf uns Handfleisch gehen.

00:07:38: Hast du mal selber ein Vorbild in Sachen Führung gehabt?

00:07:42: Absolut!

00:07:43: Also ich hab ja dazu fast schon eine Anekdote weil ich vor zehn Jahren also mit zweiundzwanzig habe ich angefangen bei UNICEF Und mein dameniger Vorgesetzter war total meinen... Also damals musste ich das, glaube ich noch gar nicht in den Moment.

00:07:58: Aber er hat sich wirklich als Mentor und als Vorbild auch aufgetan weil ich immer das Gefühl hatte dass er schon wusste, dass ich was kann bevor ich es eigentlich mir zugetraut habe und wusste dass ich das kann.

00:08:13: Das hat mich vor allen Dingen in den ersten Jahren total Beflügelt und das ist eigentlich so ein Mentor Ship, wie man sich das vorstellt.

00:08:20: Und ich hatte aber trotzdem das Gefühl währenddessen war mir das noch gar nicht so klar.

00:08:23: Aber jetzt rückblickend möchte es für mich so zu reflektieren und es fand ich sehr gut.

00:08:29: Ja und das hoffentlich auch was man dann selber mitnimmt um andere vielleicht ein bisschen zu beflügeln gerade wenn man's selber erlebt hat ja.

00:08:36: Sehr cool.

00:08:36: also großes Lob an deinen ehemaligen Vorgesetzten?

00:08:40: Genau der ist inzwischen entrannte.

00:08:42: aber ich glaube auch dass genau diese Selbsterfahrung Das schon begünstigt, dass man den Anspruch hat das auch weiterzutragen und das möchte ich auf jeden Fall machen.

00:08:53: Dann hat er wahrscheinlich viel zu deinem Selbstbild.

00:08:56: Machst du dir manchmal Gedanken so wie wirklich denn eigentlich?

00:08:59: Also was denke ich selber über mich und was denken vielleicht auch andere?

00:09:03: Da hat er vermutlich auch ein bisschen etwas beigetragen in dieser Prägung.

00:09:06: Wie ist es für dich so?

00:09:09: Was hat dich da vielleicht auch in deinem selbstbild noch anders geprägt oder gefördert?

00:09:15: Ich glaube, ich gehöre auf jeden Fall auch zu den Frauen die sich da viele Gedanken zu machen und sich da auch reflektieren.

00:09:20: Und irgendwie immer eine kritische innerisch Stimme haben.

00:09:24: Er hat auf jeden fall auch mein Selbstbild geprägt.

00:09:26: er hat das immer auch gespiegelt.

00:09:29: und ja also ich würde schon sagen dass mich das auch nach wie vor heute noch umtreibt aber sich guterweise auch so eine gewisse Ruhe und Gelassenheit damit reinbringt und dieses man muss vielleicht auch mal in eine Dysharmonie gehen können.

00:09:45: Das ist insgesamt eine schöne Lernerfahrung in diesem Ganzen.

00:09:47: Wie wirke ich, wie bin ich?

00:09:49: Was ist mir wichtig was will ich ausstrahlen?

00:09:52: Und hast du konkrete Beispiele für Disharmonie wo Du gesagt hast das mache ich jetzt so weil anders geht es nicht.

00:09:58: Ja ich glaube es gibt ja ein bisschen oder Ich habe mir das so ein bisschen auf die Fahne geschrieben Ehrlichkeit vor Harmonie.

00:10:06: Ich glaube, gerade wenn man in so einer Schlüsselposition ist die mit Reibung zusammenhängt weil es ist super Schnittstellen intensiv diesen Newsroom mit den ganzen Gewerken und Abteilungen ein bisschen im Blick zu haben.

00:10:18: Da isst man natürlich verleitet diese Reibungen irgendwie zu entkräften und da vielleicht einen Mittelweg zu finden.

00:10:24: aber ich glaube dass so ein ehrliches Nein das geht nicht oder das können wir jetzt nicht machen und dann können die verschiedenen Gründe kommen.

00:10:32: Das ist manchmal unangenehmer, aber ich glaube das ist wichtig.

00:10:35: Weil man sonst irgendwie so nickend aus den Räumen rausgeht und es vielleicht nicht gechallengedacht hat... ...aber dann hat man auch nicht richtig entschieden, da hat man mehr so verwaltet.

00:10:45: Und das ist eine entscheidende Sache, glaube ich.

00:10:51: Und hast du das für dich?

00:10:52: Also das finde ich sehr reflektiert und zerreif.

00:10:55: Manchmal gibt's ja so Momente wo man merkt Genauso funktionieren jetzt eben nicht.

00:10:59: und deswegen habe ich den Weg jetzt gewählt, weil ich merke, ich muss da einfach klarer sprechen.

00:11:03: Ich muss einfach sagen so machen wir es nicht, weil aus XY, weil du vielleicht auch diese Situation hattest, weil's einfach zu schwammig war?

00:11:11: Ja also das gibt's in ganz kleinen und ganz großen Dimensionen immer wieder im Arbeitsalltag und ich würde auch sagen, da entscheide ich dann auch immer noch mal individuell.

00:11:19: Also ist es manchmal einfach, komm wir gehen einen Kaffee trinken hier in der Mittagspause, lass doch nochmal aufschlüsseln wo dran liegt eigentlich Der eine hat eine Zielvorgabe, da müssen die Zahlen am Ende stimmen.

00:11:30: Wir haben ein strategisches Ziel.

00:11:32: ganz oft ist der Klassiker ja auch das sich Kommunikation und Marketing sehr sie Hand in Hand gehen doch immer unterschiedlich zueinander verhalten.

00:11:41: Und ich finde im kleinen hilft es dann immer einfach mal ein Gespräch suchen einen Kaffee trinken.

00:11:47: Manchmal kann man's auch aushalten Das habe ich auch so ein bisschen mit der Zeit gelernt und nicht hinter jedem Konflikt Ist dann direkt so'n Riesendrama.

00:11:54: also Das verjährt sich dann auch oder verläuft sich dann noch schnell so im Alltag.

00:11:59: Ja, aber klar das gibt es auf jeden Fall.

00:12:01: Es gibt auch meine stinkige E-Mail wo man dann denkt, ach musst du das in dem Verteiler sein?

00:12:06: Aber zwischen ja kann man das dann für sie selber auch ein bisschen besser verordnen und ist auch sicherlich noch ein Prozess.

00:12:13: aber ist ja auch keine persönliche Kritik.

00:12:15: Das lerne ich auch weiterhin.

00:12:18: Das lerne ich auch weiterhin sehr gut, dass du das so sagst.

00:12:20: Ich glaube da gibt es immer noch Situationen also auch bei mir wo ich merke oh warum nimmst du nur das jetzt so persönlich?

00:12:26: Woran liegt das denn eigentlich?

00:12:27: und dann dürfen wir alle selbst kritisch gucken.

00:12:29: natürlich gibt's Dinge die wir auch persönlich nehmen dürfen aber manchmal eben ganz oft nicht weil es Sinn in unserem eigenen Kopf irgendwo entstanden ist.

00:12:35: deswegen total wertvoll dass du dies auch nochmal sagst.

00:12:37: Du hast gesagt um die Kolleginnen glaub ich sind bei euch viele.

00:12:42: wie ist es bei euch merkst du seit ihr viele weibliche Führungskräfte auch als ob das jetzt fachliche Föhrung ist oder vielleicht einer disciplinarischen Führung.

00:12:49: Wie ist bei euch so die Struktur?

00:12:52: Ich glaube, dass das fast ein bisschen charakteristisch für Hilfsorganisationen ist und dass wir eine sehr weibliche Belegschaft haben – ich weiß nicht, sind bestimmt bei siebzig Prozent Frauen.

00:13:03: Ob das jetzt auch alles vorgesetzt wird und ja, Lieder sind, gibt sich so ein bisschen die Hand.

00:13:10: Also wir haben auch männliche, unser Geschäftsführer ist männlich, unser Vorstand ist männlig aber wir haben durchaus viele Frauen in der Führungen.

00:13:18: Und ja, das spiegelt sich da eigentlich auch wieder.

00:13:21: Dass viele Frauen sich für die humanitären Themen interessieren und dann bei NGA ausarbeiten?

00:13:27: Ja, das spricht so einen ganz spannenden Aspekt an weil natürlich dass gerade das Thema Sinn vor vielen Jahren ein bisschen in den Arbeitsmarkt noch stärker kam und natürlich sich bei der Hilfsorganisation sowieso stärker wiederfindet.

00:13:41: hast du das Gefühl das ist was wo dass die Grundmotivation bei euch vielleicht auch gerade bei UNICEF dadurch eine andere ist, also vielleicht schwer zu vergleichen wenn man selber dort nur tätig ist.

00:13:52: Aber hast du das Gefühl, dass du mit sehr viel Grundmotivationen zu tun hast und dass das so auch zum Alltag bei euch gehört in der Kultur?

00:14:03: Ja, das ist ja eine unterhin naheliegende Frage.

00:14:06: Ich habe natürlich... Genau ich kenne jetzt nur dieses Setting und dieses Umfeld aber man tauscht sich auch mit Freundinnen aus und ich hab schon das Gefühl und so kann ich es zumindest von mir selber sagen dass mir das schon viel bedeutet, dass man irgendwie diesen Impact hinter seiner Arbeit sieht.

00:14:20: Manchmal hat man schon das große Ganze im Blick und denkt, dass man da als kleines Zahnrad drauf einzahlen kann.

00:14:26: Das macht mit mir persönlich auf jeden Fall viel.

00:14:29: Es passt so zu meinen Werten, zu meiner Weltverständung.

00:14:31: Also das resoniert dann natürlich total und das geht glaube ich schon den meisten oder sehr vielen Kolleginnen und Kollegen bei uns so.

00:14:38: Und du hast es ja schon ein bisschen angepingt.

00:14:42: Damit geht manchmal auch ein Herr, dass für das große idealistische Bild vielleicht die Stunde länger am Schreibtisch bleibt oder das eine oder andere nochmal mehr mitnimmt.

00:14:52: Und ich glaube, da haben wir schon – vielleicht aber auch in vielen anderen sozialen Berufen immer so ein bisschen das Bollorf-Probleme wo kann man sich gut abgrenzen?

00:15:02: Wie kriegt man das hin, sich dann nicht einen strudeln zu lassen in den Aufgaben.

00:15:07: und ja Überlastung ist dann sicherlich auch ein Thema.

00:15:09: Ich lerne auch das immer noch ein bisschen.

00:15:12: manchmal Ja, kann man oder fällt es einem persönlich dann einfach schwerer so?

00:15:17: Dann sich auch noch mal zurückzunehmen und zu sagen ich habe heute glaube ich was Gutes gemacht.

00:15:21: Und ich mache morgen weiter und das reicht morgen weiter zu machen oder übermorgen ja.

00:15:26: also dass ist auf jeden Fall ein Thema.

00:15:28: und ich glaube eine zweite Dimension die man manchmal vielleicht nicht auf dem Schirm hat isst Einfach wir haben ja auch ständig mit Themen zu tun Die blöd sind.

00:15:37: Also Wir reden über die Konflikte die irgendwie auch immer mehr werden und die Krisen dieser Welt und wie's den Kindern da geht und wir sehen auch das ganze Footage und Foto-Material, bevor wir entscheiden welches geben wir raus oder welches nutzen wir für unsere Kommunikation.

00:15:51: Wir haben ja auch interne Videokonferenz mit den Kolleginnen vor Ort die dann auch nochmal in der geschlossenen Runde uns das ein oder andere erzählen was sie erlebt haben.

00:16:01: und damit ist man ja schon noch einmal emotional belasteter bei manchen Konflikten.

00:16:05: also ich weiß zum Beispiel dass bei der ganzen Gasa thematik mich das super umgetrieben hat und es ging vielen vielen Kolleginnen bei uns so.

00:16:14: Das sind so die zwei Dimensionen, die finde ich da totale einspielen.

00:16:19: Ja das ist nochmal eine andere psychische und auch mentale Last, die ihr da mit Sicherheit irgendwo mit drin habt wenn gleich vielleicht an anderen Stellen mal eine andere Motivation hat.

00:16:27: aber das dann so ein bisschen auch die Schattenseite, die wahrscheinlich auch dazu gehört ist danke dass du es auch ansprichst und das macht's dann wahrscheinlich auch an manchen Stellen.

00:16:34: Ich weiß nicht woran merkst du das manchmal?

00:16:37: dass es dich mehr belastet.

00:16:39: Merkst du, dass du weniger Energie dann hast oder merkst du das so sensibler bist?

00:16:43: Also merkt man das vielleicht auch nicht nur an dem Tag wo was ist sondern vielleicht als auch bei manchen wenn es gerade schwierige Phasen sind, dass man's vielleicht auch am Wochenende merkt oder so.

00:16:51: Hast Du da für Dich Anzeichen wo Du merkst oh Du musst ein bisschen auf Dich aufpassen?

00:16:56: Ach das ist irgendwie schön, dass Du das fragst.

00:16:57: Es ist sehr wünsig Niedmann dass Du dir die Gedanken machst.

00:17:00: also tatsächlich habe ich manchmal wirklich ganz Phasen abhängig, wenn wir so diese Videos sehen oder Fotos sehen.

00:17:09: Also manchmal kann ich das nicht so gut verstoffwechseln sag' ich mal.

00:17:13: Man hat ja trotzdem irgendwie die Distanz... man guckt das über ein Bildschirm und kann dann auch eine Pause machen oder sich vor allen Dingen auch mit Kolleginnen austauschen.

00:17:20: aber manchmal ist einem dieser... also es gibt ja schon Weltlagen auf der Welt, die schon sehr aussichtslos und verzweifelt sind und es ist immer gut zu wissen, so Organisation wie UNICEF oder auch andere sind da.

00:17:34: Manchmal packt mich das dann doch und was mich glaube ich auch ab und zu fertig macht, ist so ein bisschen diese vielleicht auch verklärte Binnensicht die man hat.

00:17:42: Also ich bin ja mit diesen Themen dann irgendwie tagtäglich im Austausch und ich kenne dann vielleicht auch die eine oder andere vergessene Krise und dass so Abseits der Schlagzeilen passiert und wenn man dann mit Freundinnen oder sein Partner irgendwie sich darüber unterhält und dann so merkt oh Gott, wir haben das gar nicht auf dem Ski am... Die wissen gar nicht!

00:17:57: Und das ist auch manchmal positiver.

00:17:59: Nein, wie schön, dass ihr euch damit gar nicht so beschäftigt und euch runterziehen lässt.

00:18:03: Aber da habe ich dann manchmal auch so ein inneres Frustgefühl, dass ich denke man ey wir reden so viel auch über wie es hier uns geht.

00:18:12: Wie teuer die Flüge in den Urlaub sind, in politische Situationen und Ich würde auch mir gerne manchmal so einen Filter machen und da so ein bisschen mehr wegschauen können.

00:18:21: Also das ist so ein Effekt der sich da auftut vor allen Dingen wenn man das dann im privaten Umfeld Einbringen will und merkt Wir sind schon auch in der Bubble.

00:18:33: Die deutsche Bubble ist da auch dann recht groß.

00:18:36: Gerade was du für Einblicke hast, das ist ja schon wie du ausgeschrieben hast einfach eine ganz andere Dimension die teilweise wirklich ausgeblendet wird hier im Nachrichtenbereich oder viel zu wenig stattfindet wo einfach viel mehr Aufmerksamkeit grundsätzlich natürlich hingehört.

00:18:53: Ja sehr traurig immer, aber gleichermaßen Wir sind, ist es ja auch eine Arbeit hier im Markt wo ihr nach vorne trettet.

00:19:00: Ja genau und eigentlich können wir das auch noch ein bisschen retten und ein bisschen positive aufleiten.

00:19:04: ich finde... Es ist ja trotzdem cool zu sehen dass wir in so vielen Ländern vor Ort sind, dass wir Sachen machen, dass es immer noch sehr viele engagierte deutsche Spenderinnen gibt die das Ganze unverstürzen und ich durfte es auch schon selbst vor Ort sehen und das ist einfach... Das ist schon sehr cool!

00:19:20: zu sehen, was auch möglich ist.

00:19:22: Und das ist so ein bisschen was, woran wir gerade arbeiten oder was wie uns als Kommunikationsabteilung auf die Fahne geschrieben haben mehr über in den lastsystemischen Ansätze zu sprechen.

00:19:34: Also auch zu zeigen, je kummer.

00:19:35: wir helfen jetzt nicht nur in der Not, wenn der Krieg gerade ausbricht sondern wir sind auch schon vorher da gewesen.

00:19:40: Gerade bei Naturkatastrophen versuchen wir ganz viel präventiv und bestärkend vor Ort zu machen um nicht immer etwas feuerlöschend.

00:19:48: Das finde ich cool und das macht mir Spaß.

00:19:50: Da kriegt man auch viele Projekte und Programme von uns noch mal mit, wo sich super viele schlaue Köpfe Gedanken machen wie man da entgegenwirken kann bevor es irgendwie eine Krise oder ein Problem wird.

00:20:01: Ja und so wichtig.

00:20:02: Und da gehört auch mehr Aufklärung dazu, ne?

00:20:05: Weil es ist so wichtig da genau wie du sagst so frühzeitig an sich zu engagieren und deswegen finde ich's auch so spannend dass ihr ein großer Anteil auch an Frauen seid in solchen Organisationen.

00:20:14: das zeigt ja auch ein Stück weit gerade was also jetzt mein Interpretation Dass das Carrying und das Füreinander frühzeitig einstehen ganz viel aus sich auch in der Arbeit stattfindet und das Interesse dafür was, glaube ich auch ein Stück weit sicherlich zu den Entscheidungswegen für solche Buch-, oder für solche Tätigkeiten führt.

00:20:33: Deswegen finde ich es auch mal ein schönes Indiz dabei zu gucken wo Frauen ihr Engagement reinbringen zeigt sich da ganz klar für nicht ein Stück weiter wieder.

00:20:43: Ja hast du von dir aus so wenn wir so ein bisschen also Frauen uns angucken merkst du bei dir?

00:20:48: Oder bei euch?

00:20:49: Du hast jetzt gesagt ihr seid viele Frauen und kannst gar nicht genau sagen wie's mit dem Anteil von Männern usw.

00:20:54: ist.

00:20:54: aber merkest du manchmal trotzdem das Gefühl

00:20:56: dass

00:20:56: du

00:20:57: Nachteile

00:20:58: erlebst?

00:20:58: oder ist das bei euch eigentlich aufgrund eurer Organisation gar nicht so auffällig?

00:21:04: Ja, nachteile müsste man vielleicht noch mal ein bisschen definieren.

00:21:08: Also ich würde schon sagen wo ich mich manchmal schwer mit tue, ist tatsächlich das Thema Sichtbarkeit.

00:21:16: Ich könnte mir auch vorstellen dass das ganz unabhängig von irgendwie NGO Unternehmen und kleiner Firma ist.

00:21:21: Ich habe den Eindruck, dass männliche Kollegen das nochmal Dominierender beherrschen manchmal, ne?

00:21:28: So eine kleine Idee reinwerfen.

00:21:29: Total selbstbewusst noch keine Detailfragen geklärt.

00:21:33: Manchmal auch so ein bisschen Buzzword und so ein bissel Selbstmarketing.

00:21:37: oder dann denke ich manchmal Mensch ey!

00:21:39: Und ich habe wieder von mir gesprochen und er hat da irgendwie vielleicht ja mir selber so ein Bisschen das Rampenlicht genommen und das kann ich also das beobachte ich schon vor allen Dingen je nach Rundenbesetzung vor wem ist da vielleicht nochmal welche Positionierung wichtig?

00:21:56: Und da habe ich mir auf jeden Fall vor, ein paar Scheiben abzuschneiden von den Männern und ihrer... Von ihrem Geschick manchmal sich so zu positionieren und sichtbar zu machen.

00:22:08: Also das könnte ich mir als kleines Nachteil sonst vorstellen.

00:22:13: Ja?

00:22:16: Vielleicht machen wir es auch ein bisschen anders ja?

00:22:20: Katarina Style dann machst.

00:22:22: Vielleicht machst du es auch schon durch andere Formen und man misst das an den Sachen, die man anders woanders sieht und vielleicht bisher noch nicht macht.

00:22:27: ich glaube schon dass so zum Beispiel durch diesen Podcast also gehst ja sogar in die Sichtbarkeit auch bei Podcasts und bei der Tätigkeit sicherlich auch sehr viel.

00:22:36: Würdest du so bei sowas zum Beispiel sagen, also ich weiß du bist ja auch... Also du machst sehr viel Fortbildung sowohl bei euch glaube ich bei der UNICEF auch.

00:22:42: Da sind ja auch viele Sachen.

00:22:44: wo guckst du so ein bisschen gerade in Sachen Führung dich regelmäßig weiterzubilden?

00:22:50: Wir beide kennen uns jetzt zum Beispiel auch weil du im Femalidership-Programm warst.

00:22:53: aber ich weiß dass du auch grundsätzlich weiter guckest und immer weiter schaust wie kannst du dich weiterbilden?

00:22:57: welche Rolle spielt das für dich sich weiter zu bilden?

00:22:59: Ach, das ist total groß.

00:23:02: Hört ja auch nicht auf!

00:23:03: Ich finde die schon zehn, zwanzig Jahre vielleicht im Führen oder in einer hohen Position sind.

00:23:09: Die sollten erst recht noch mal auffrischen.

00:23:11: also es verändert sich ja auch alles.

00:23:13: Das ist doch gerade so schnelllebig dass man was morgen trennt war und on Vogue ist übermorgen schon wieder... Man darf da sein eigenes Deal finden.

00:23:20: aber ich find diese Impulse so wichtig um sich ein bisschen ins Denken zu kriegen.

00:23:24: Und genau du hast gesagt hatte vor allen Dingen bei dem Female Leadership-Kurs, bei dir einfach Lust oder.

00:23:31: mir hat die Idee so gefallen sich mal ein halbes Jahr damit ausführlich und ausgiebig zu beschäftigen.

00:23:36: Und dann aber noch einmal so ein Praxisnahes Momentum zu haben wo man sich in Berlin trifft und mit allem einfach spricht.

00:23:42: Das war ja auch total wohltuend die einzelnen Geschichten oder Berufspraxis Beispiele nochmal so zu hören und da nochmal gemeinsam auch zu merken wir haben in Summe auch ähnliche Probleme oder Herausforderungen und das eben aus dieser weiblichen Perspektive.

00:23:57: Und ansonsten achte ich da eigentlich drauf, also es gibt super viele Konkretse, gerade in Berlin auch große Messen in Kommunikationsveranstaltungen.

00:24:06: Ich gucke eigentlich immer, vielleicht schon mal sind so die Speaker- und Speakerinnen, kann man das Programm schon einmal einlegen.

00:24:11: Manchmal sind mir die großen Kommunikationkonkreter dann auch ein bisschen zu... Laberik, würde ich jetzt mal sagen.

00:24:19: Und ich gucke immer ist da jemand dabei wo ich denke okay will ich den oder vor allen Dingen sie reden höher?

00:24:24: Da habe ich auf jeden Fall schon gewonnen als Imput dabei oder reizt mich irgendwie das Thema.

00:24:28: und selbst wenn es eine andere kontroverse Einstellung dazu wäre kann ich da so vielleicht einen Impuls für mich mitnehmen und bringe mich irgendwie ins Denken.

00:24:35: und dann finde ich ja gerade das coole Wenn man sich mit seinen Kolleginnen dazu austauschen kann und dann nochmal das ganze so weiter trägt

00:24:43: Wenn die auch mit auf dem kongress waren oder wenn du es einfach noch mal.

00:24:46: Auf anderen genau.

00:24:48: also wir haben uns auch schon mal aufgeteilt, dass wir die eines auf den kongresse und die andere ist auf den workshop und dann kann man das danach nochmal so ein bisschen sich gegenseitig irgendwie erzählen ja

00:24:59: voll gut und das ist ja auch das was so ein bischen dieses wie hatten ich weiß nicht ob die erinnert werden das im feminische programm das sogenannte growth mindset und da ist eine technik dabei über die Dinge, die man selber gelernt hat auch rüber zu sprechen.

00:25:11: Weil dann der Effekt fürs eigene Gehirn wesentlich größer ist aber natürlich gleichzeitig auch was ich im Team hinterlasse oder bei Kolleginnen hinterlasse.

00:25:19: deswegen finde ich das ein total super Effekt wenn Unternehmen das auch wirklich oder Organisationen und auch Abteilungen für sich das gut nutzen weil es ja Triple was auch immer so einen starken Effekt hat nicht nur für den eigenen sondern auch fürs team.

00:25:30: Natürlich

00:25:31: Ja, total.

00:25:32: Ich glaube an der Stelle ist eh... also weil du nur vorhin auch noch mal so sagst, welche Nachteile gibt es vielleicht?

00:25:36: Ich glaube gerade in meiner Situation auch noch so ein Riesenvorteil und zwar ist das müssen zwei Chefinnen vom Dienst.

00:25:44: Also wir haben eigentlich eine Tannemfunktion.

00:25:46: und genau ich schätze meine Partnerkollegin total und ich glaube wir haben das inzwischen auch durch jetzt die vier Jahre, die wir das in den Rollen machen Echt fast schon perfekt zuniert uns gegenseitig.

00:25:59: Tandem, Sparing inhaltlich aber auch emotional.

00:26:02: Auch mal zum Motzen zum Beflügeln zu sein und das ist was ich auch anderen Frauen glaube ich total empfehlen könnte.

00:26:09: also es gibt ja nicht immer diese Vorgabe dass man so eine Art Tandeme oder Co-Leadership Situation hat.

00:26:15: Aber ich würde mir immer irgendwie ne Verbündete suchen Und sei es auf nur für ein inhaltliches Sparring oder sei es echt auch für Mann, das hat mich jetzt aufgeregt.

00:26:24: Dass der eine Kollege wieder sich sichtbar gemacht hat in den Meeting-Hasseln.

00:26:28: und noch mal Tipp für mich oder wie können wir dann durchnehmen?

00:26:31: Du hast so schön gesagt, dass Katharina's Style nochmal anders jetzt aufgelenzen und das weiß ich total zu schätzen!

00:26:38: Ja und es ist so gut.

00:26:39: also wie macht ihr das?

00:26:39: Wie kannst du es uns vielleicht da reinholen wenn ihr das zu zweit macht?

00:26:43: Also ist das immer zur gleichen Zeit da seid oder gibt es so urlaubsvertretungsmäßig.

00:26:48: Also wir teilen uns die Rolle eigentlich komplett.

00:26:51: Wir sind also beide immer da und wir haben vor allen Dingen unseren regelmäßigen Joe Fix, wo wir auch immer die Themen, die uns so umtreiben... Und dann kann eben aus aller Kulör Sachen auf die Agenda kommen, die wir dann in Ruhe besprechen.

00:27:03: Da nehmen wir uns auch Zeit für, da ziehen wir uns immer Freitagsforaus.

00:27:07: Genau!

00:27:07: Wir haben halt andere berufliche Historien, wir sind in anderen Teams tatsächlich verortet.

00:27:12: Das ist manchmal vielleicht irgendwie ein bisschen krumm aber inzwischen glaube ich befügelt uns das total, weil wir so unterschiedliche Perspektiven haben.

00:27:20: Noch mal unterschiedlichen Input haben und ich glaube dass wir vor allen Dingen daran gewinnen, dass sie wie er uns akzeptiert, dass wir auch so unterschiedlich irgendwo sind, auch charakterlich total unterschiedlich sind aber den anderen einfach um seine Kompetenz und Stärken nur zu schätzen müssen.

00:27:38: Da denke ich manchmal, das könnten sich Männer auch noch mal abschauen.

00:27:42: Also ich finde das bei uns sehr so... Das ist schon sehr wohlwollend und trotzdem hat man ja seine eigene Identität und das ist total bereichernd also.

00:27:51: Klingt nach dem Buzzwords Sisterhood?

00:27:54: Ja, genau.

00:27:55: Das ist voll die sisterhood!

00:27:56: Ja, total.

00:27:57: Voll gut und auch nochmal ein gutes Beispiel dafür selbst wenn ich das im eigenen Unternehmen nicht habe.

00:28:01: ja weil du weißt nicht ob du es selber auch mal kennst.

00:28:04: aber es gibt ja manchmal auch Situationen dass ich in der Führungsposition mich ein bisschen alleine fühle weil vielleicht um mich rum nur Männer sind oder das Team nicht mehr richtig dran bin weil ich bin jetzt die Führungskraft sich immer seine Peergroup zu suchen und das kann vielleicht eine Freundin sein, die auch zur Wirkführungskraft ist.

00:28:22: Die sich mit den Themen auskennt.

00:28:24: Das kann jemand aus einer anderen Abteilung sein.

00:28:26: Es kann jemand vielleicht auch in Fortbildung sein wo auch immer.

00:28:29: ja da gibt es ja Möglichkeiten.

00:28:30: aber macht das unbedingt ein tolles Message dass du es noch mal unterstreichst weil das hilft auch so ein bisschen dieses Wohlwolle und da gehört ja auch definitiv wahrscheinlich auch mal die ein oder andere konstruktive Kritik rein.

00:28:40: Total!

00:28:40: Und das hat halt auch nichts mit Konkurrenz zu tun.

00:28:42: in dem Moment na?

00:28:43: Das weiß ich sehr, sehr zu schätzen.

00:28:47: Ja voll gut, voll gut!

00:28:49: Wenn du jetzt an eine Frau denkst die vielleicht vor ihrer ersten Führungsrolle steht wenn wir uns die Statistiken angucken dann ist das ja nicht klassischerweise unbedingt mit achtundzwanzig oder mit drei sondern manchmal wirklich auch erst achtunddreiß oder zweieinvierzig.

00:29:02: was wäre so ein Satz den du gerne mitgeben würdest?

00:29:07: Oder Botschaft?

00:29:09: Na das ist auch irgendwie... Schöne Aufgabe.

00:29:12: Ich glaube ich würde sowas sagen wie Du musst nicht fertig sein, um alles zu können.

00:29:18: Also ich finde man hat vielleicht ist das auch was Frauenmäßiges aber ich habe mit auch diesen hohen Selbstanspruch immer und hab jetzt aber auch viel mehr verstanden und gelernt.

00:29:27: so man muss noch nicht alles können und dass war auch wieder so.

00:29:29: vielleicht die Brücke zur der Anekdote mit meinem Vorgesetzten der immer schon gesehen hatte sich das kann bevor ich das selber für mich gesehen hat.

00:29:35: deswegen ich find' das ist so ein Schlüsselwort oder du musst sie fertig sein mach es, finde dich rein wachst da rein egal wie alt du bist, egal wie viele Erfahrungen Quereinstief.

00:29:46: Voll gut, voll einfach.

00:29:48: Ja also ein Powern so bisschen ne?

00:29:50: Ja

00:29:50: vollgut.

00:29:51: ja das ist auch sehr sehr wichtig gemäßig weil ich kenne selber von mir auch mein Zerkautsohn überlegt noch was ich noch für eine Fortbildung machen kann und welches Buch ich noch lesen kann und wo ich da vielleicht nochmal Erfahrung sammeln kann.

00:30:01: die kann man auch auf dem Weg sammelt dann kann man schon mal losgehen total gut voll gut.

00:30:05: Ich habe drei letzte Fragen an dich lieber Katharina.

00:30:11: Und wenn du an ein inspirierendes Coffee date denkst mit einer inspirierenden Frau, lebend oder vielleicht auch leider schon verstorben.

00:30:19: Welche Frau kommt dir da in den Sinn?

00:30:20: Mit wem würdest du gerne einen Koffe trinken?

00:30:24: Ohne zu zögern würde ich glaube ich meine Oma nehmen.

00:30:27: die ist leider schon gestorben.

00:30:28: sie ist jetzt vielleicht keine irgendwie Person des öffentlichen Lebens und es steht nicht in der Geschichte aber für mich ist sie irgendwie eine starke Frau.

00:30:36: das war zur Zeit wo sie auf die Welt kam eine andere Generation eine andere Zeit nicht machen können beruflich, was sie sich gewünscht hat.

00:30:45: Die hatte sich da auch immer gegen Brüder und Männer in ihrem Umkreis so behaupten müssen.

00:30:48: Und ich finde die hat mir irgendwie trotzdem so mitgegeben stark zu sein, Haltung zu haben.

00:30:57: Aber trotzdem am Ende immer ihr Ding gemacht, dir das einfach geschickt gedreht.

00:31:03: Zum Beispiel bewundere ich Sie dafür... immer alleine nach Spanien gereist.

00:31:08: Und es war für eine Frau so aus ihrer Generation viel älter und sie war ja auch eher ein Schüchternatyp, war das eine totale Sache!

00:31:16: Das habe ich so abgefeiert dass sie das eben gemacht hat und weitergeführt hat, nachdem ihr Mann gestorben war und diese Reise allein gemacht hat.

00:31:23: also... Für mich wäre es meine Oma mit der... Die ist echt alleine dahin geflogen und ist dann weiter in das Haus dort.

00:31:31: Cool Oma, finde ich richtig gut.

00:31:32: Ich besuch dich zwar auch aber... Ja!

00:31:35: Mit der will ich auf jeden Fall Kaffee trinken.

00:31:37: Voll schön.

00:31:38: Voll schöne Erinnerungen auch.

00:31:41: Das wäre so eine Reise zu Oma nochmal?

00:31:45: Es gibt auch tausend persönliche prominente Frauen mit denen bringe ich auch gerne Kaffees.

00:31:49: Aber ich würde jetzt erst mal die Oma nehmen.

00:31:51: Die

00:31:51: Oma.

00:31:51: Ja voll gut.

00:31:52: Was ist das letzte richtig gute Buch was du gelesen hast?

00:31:57: Das ist tatsächlich ein abgefahrenes Buch gewesen Die Tophäe von der Gea Shooters gelesen.

00:32:04: Das hat mir auch eine ehemalige Kollegin reingegeben als Empfehlung, das ist ne flämische Autorin glaube ich die vorher gar nicht kannte und das Buch hat mich aufgeregen wirklich also auf ganz vielen Ebenen.

00:32:16: Ich weiß nicht ob du es vielleicht kennst dann geht's um Großwildjagd da gehts um Macht da geht ein bisschen um toxische Männlichkeit Und vor allen Dingen um moralische Abgründe.

00:32:27: Also echt Themen, die einen nicht kalt lassen und die hat das so gut geschrieben und so absurd aber irgendwie auch in diesen Roman gegossen dass ich das Buch zum einen nicht weglegen konnte und zum anderen jetzt echt so ein Nachklappbrauch mit der Kollegin, die mir das empfohlen hat.

00:32:44: Wir sind jetzt auch zum Wein trinken verabredet, um das noch mal für uns auszuziehen.

00:32:50: Ich meine dadurch entstehen Dinnerdates?

00:32:53: Also das kann ich echt empfehlen, wenn man sich nochmal so auf eine ganz andere Gedankenreise begeben will.

00:33:00: Ja, also ich stelle die Frage eigentlich immer nur für mich, wie ich neue Buchempfehlungen bekomme.

00:33:05: Für deinen Lesezirkel?

00:33:06: Ja, für meinen Lesezeirkel.

00:33:08: Vielen Dank schon mal!

00:33:09: Gibt es ein lieblingsritual, wenn vielleicht auch aus deiner Perspektive mit der manchmal auch emotional belastenden Situation in der NGO, wo du sagst, dass ist ein Lieblingsritual nach einem intensiven vielleicht auch belastende Arbeitstag.

00:33:22: was hilft dir da?

00:33:23: Bewegung raus, Kopf aus.

00:33:26: Alles was vom Bildschirm weg ist.

00:33:28: Wichtig gerne einfach Sport aber an sich auch schon Bewegungen kann noch ein Spaziergang sein.

00:33:34: Einfach weg von dem Bildschirmen.

00:33:39: Das ist glaube ich immer fast das Allerheilmittel und man sucht immer nach den Hexen aber eigentlich ist es da.

00:33:44: Ja wir müssen

00:33:44: wohl aber... Genau ich glaube

00:33:47: das ist sehr hilfreich.

00:33:49: Vielen Dank, Katharina.

00:33:50: Es war mir eine große Freude, dass ich dich wiedersehen durfte und

00:33:53: vor allen

00:33:55: Dingen auch Einblicke bekommen habe.

00:33:56: Ich finde es immer sehr wertvoll aus unterschiedlichen Bereichen reinzuschnuppern aber auch zu sehen was sind da für Menschen die täglich ihr Herz- und Blut einstecken?

00:34:05: Und du gehörst für mich auf jeden Fall zu diesen Persönlichkeiten.

00:34:08: deswegen großen Dank an

00:34:09: dich!

00:34:10: Ganz ganz lieben Dank auch an dich Christine.

00:34:11: das hat Spaß gemacht.

00:34:14: Vielen Dank auch an dich, liebe Zuhörerinnen.

00:34:16: Wenn du für dich was mitnehmen konntest, schreib's gerne in die Kommentare oder leidst einer Freundin weiter oder auch einer Kollegin und wir sagen danke und sag tschüss für beide!

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